Darstellung der RAID-Wiederherstellung

R-Studio erkennt gültige Software- oder Hardware-RAIDs und behandelt sie wie normale Laufwerke/Volumes. Aber was tun Sie, wenn Ihnen nur Laufwerke oder Laufwerksabbilder eines defekten RAIDs zur Verfügung stehen? R-Studio kann Ihnen dennoch dabei helfen, die Daten zu rekonstruieren, vorausgesetzt, dass die Laufwerke, die für das RAID notwendig sind, noch funktionieren oder dass Sie Abbilder dieser Laufwerke haben. Die Anzahl der zur Rekonstruktion der Daten erforderlichen Laufwerke ist abhängig vom RAID-Layout. Für eine Spiegelung (RAID 1) von zwei Laufwerken muss beispielsweise mindestens eins gültig sein, während für ein RAID 5 mit drei Platten zwei gültige Laufwerke vorhanden sein müssen.
Die Arbeit mit RAIDs in R-Studio basiert auf dem Konzept virtueller Volumesätze und RAIDs. Das heißt, Sie können das ursprüngliche RAID aus den Laufwerken und/oder Laufwerksabbildern in R-Studio konstruieren und es wie jedes andere Gerät verarbeiten. Ein solches virtuelles Objekt kann nach Dateien durchsucht und gescannt werden, und darauf gefundene Dateien können genauso wiederhergestellt werden wie auch von normalen Festplatten/Volumes.
Virtuelle RAIDs können mit jedem Geräteobjekt, das R-Studio erkennt, konstruiert werden - egal ob Festplatten, logische Laufwerke oder Bilder.
Bitte beachten Sie, dass virtuelle Volumes und RAIDs rein virtuelle Objekte sind, und R-Studio schreibt nichts auf die Datenträger, aus denen diese Objekte erstellt werden.
Mehr über die Arbeit mit RAID erfahren Sie in der R-Studio Online-Hilfe: Volumesätze und RAIDs.
Erstellen wir zunächst ein einfaches RAID 5, um einen Einblick in die Arbeit mit RAIDs in R-Studio zu erhalten:

Erstellung eines einfachen virtuellen RAID 5
Parameter:
1. Anzahl der Festplatten: drei
2. Objekte in R-Studio: SCSI(3:0), SCSI(3:1), SCSI(3:2)
3. Blockgröße: 64 KB
4. Offset: 0
5. Blockreihenfolge: Links asynchron (Fortlaufend)

1 2 PD
3 PD 4
PD 5 6

PD steht für Parität der Daten

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Um ein solches RAID zu erstellen:
1. Wählen Sie unter Create virtual volume sets or RAIDs (Virtuelle Volumesätze oder RAIDs erstellen) den Punkt Create Virtual Block RAID (Virtuelles Block-RAID erstellen). Das neue virtuelle RAID5-Objekt erscheint im Laufwerksbereich, und im Hauptbereich von R-Studio wird die Registerkarte Parents (Übergeordnet) eingeblendet
Prüfen Sie, ob Apply changes immediately (Änderungen sofort anwenden) aktiviert ist.
Darstellung_der_RAID_Wiederherstellung_SimpleRAID5-2.png
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2. Ziehen Sie die Objekte, aus denen Sie das RAID5 erstellen möchten, in die Registerkarte Parents und platzieren Sie diese in der richtigen Reihenfolge, also SCSI (3:0), SCSI (3:1), SCSI (3:2).

3. Geben Sie die richtige Blockreihenfolge und den Offset (in Sektoren) an. Sobald R-Studio ein gültiges Dateisystemerkennt, erscheint das neue Objekt Partition1 im Laufwerksbereich.

Diese Partition kann als reales Objekt genutzt werden.

Ermitteln wir nun die Anzahl der Dateien auf dieser Partition. Doppelklicken Sie auf das Objekt und betrachten Sie die Ordner-/Dateistruktur auf dem virtuellen RAID5.

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Prüfen Sie auch, ob das RAID5 korrekt zusammengestellt wurde. Doppelklicken Sie dazu auf eine Grafikdatei, um deren Vorschau in R-Studio anzuzeigen.
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Bitte beachten Sie, dass für eine erfolgreiche Datenwiederherstellung jeder RAID-Parameter korrekt angegeben werden muss - sowohl die Reihenfolge der Datenträger und der Offset als auch die Blockreihenfolge und -größe.
R-Studio wird eventuell auch bei einigen falschen Parametern ein gültiges Dateisystem erkennen, deshalb empfiehlt es sich, eine Datei - je größer, desto besser - in der Vorschau anzeigen zu lassen, um sicherzustellen, dass das RAID korrekt zusammengesetzt wurde. Verwenden Sie diese Formel für die Ermittlung der minimal empfohlenen Größe:
Blockgröße * (Anzahl der Datenträger -1)

In unserem Fall ist die minimale Dateigröße folgende: 64KB (Blockgröße) mal drei Datenträger minus eins (2), was 128KB ergibt.

Mehr über das Bestimmen von RAID-Parametern finden Sie in unserem Artikel: Ermitteln der RAID-Parameter.

Sie können auch Ihre eigenen RAID-Konfigurationen erstellen, speichern, bearbeiten und neu laden. Wenn einige der Objekte fehlen, können Sie sie mit den Objekten Missing Disk (Fehlender Datenträger) oder Empty Space (Leerer Raum) ersetzen. Einzelheiten dazu finden Sie in der R-Studio-Dokumentation.

Datenträger direkt an- und abschalten
Sie können die Objekte des virtuellen RAIDs oder Volumesatzes an- und ausschalten, indem Sie das Kontrollkästchen in der Registerkarte Parents aktivieren/deaktivieren. Das kann notwendig sein, wenn Sie zum Beispiel sehen möchten, welcher Datenträger im RAID 5 nicht mehr aktuell ist.
Wenn Sie ein Objekt abschalten, wird es von R-Studio intern mit dem Objekt missing disk (Fehlender Datenträger) ersetzt, das in seiner Größe mit der Offline-Festplatte übereinstimmt.

Nun können wir zu einem komplexeren Beispiel übergehen.

Erstellung eines komplexen virtuellen RAID 5
Verwenden wir nun die Laufwerksabbilder als Objekte, aus denen wir das RAID5 bilden.

Parameter
1. Anzahl der Festplatten: drei
2. Objekte in R-Studio: Laufwerksabbilddateien: Y:\Disk1.dsk, Y:\Disk2.dsk, Y:\Disk3.dsk
3 Blockgröße: 4 KB
4. Offset: 64 KB
5. Blockreihenfolge: Benutzerdefiniert

PD 1 2
PD 3 4
PD 5 6
7 PD 8
9 PD 10
11 PD 12
13 14 PD
15 16 PD
17 18 PD

Um ein solches RAID zu erstellen:
1.Wählen Sie unter Create virtual volume sets or RAIDs (Virtuelle Volumesätze oder RAIDs erstellen) den Punkt Create Virtual Block RAID (Virtuelles Block-RAID erstellen). Das neue virtuelle Block-RAID-Objekt erscheint im Laufwerksbereich, und im Hauptbereich von R-Studio wird die Registerkarte Parents (Übergeordnet) eingeblendet.
Darstellung_der_RAID_Wiederherstellung_AdvancedRAID5-1.png
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Prüfen Sie, ob Apply changes immediately (Änderungen sofort anwenden) deaktiviert ist, da wir mehrere Änderungen vornehmen werden und es keinen Sinn macht, R-Studio die Veränderungen durchführen zu lassen, bevor wir damit fertig sind.

2. Ziehen Sie die Objekte, aus denen Sie das RAID5 erstellen möchten, in die Registerkarte Parents.
Darstellung_der_RAID_Wiederherstellung_AdvancedRAID5-2.png
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Platzieren Sie sie anschließend in der richtigen Reihenfolge: Y:\Disk1.dsk, Y:\Disk2.dsk, Y:\Disk3.dsk.
Wählen Sie RAID5 als RAID-Typ und geben Sie die Blockgröße und den Offset in der Registerkarte Parents ein. Ignorieren Sie vorerst das Feld Block order (Blockreihenfolge).

3.Geben Sie im Feld Number of rows (Anzahl der Zeilen) in der Registerkarte Parents manuell die Zahl 9 ein. Das Feld Block order (Blockreihenfolge) wird auf Custom (Benutzerdefiniert) gesetzt.
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Geben Sie in der Tabelle in der Registerkarte Parents die Blockreihenfolge ein.
Über die Tastatur: Navigieren Sie mit den Pfeiltasten und geben Sie Ziffern oder P ein.
Über die Maus: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Zelle und wählen Sie den gewünschten Eintrag - Nummer oder Parität - im Kontextmenü. Wenn die Blocktabelle zu groß ist, sollten Sie zur Eingabe der Ziffern die Tastatur verwenden
Korrekturen: R-Studio zeigt an, wenn die Eingaben nicht korrekt sind, und markiert die entsprechenden Zellen rot. Gehen Sie in einem solchen Fall zurück zur betroffenen Zelle und geben Sie den korrekten Wert ein. Mit der Entf-Taste können Sie Zellen löschen.
Tabelle leeren: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Tabelle und wählen Sie Clear all (Alle löschen) im Kontextmenü.

4. Sobald Sie mit dem Ausfüllen der Tabelle mit der Blockreihenfolge fertig sind, klicken Sie auf die Schaltfläche Apply (Übernehmen) in der Registerkarte Parents.
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Sobald R-Studio ein gültiges Dateisystem erkennt, erscheint das neue Objekt Partition1 im Laufwerksbereich. Wir können diese Partition bearbeiten, als wäre sie ein reales Objekt.

Ermitteln wir nun die Anzahl der Dateien auf dieser Partition. Doppelklicken Sie darauf und betrachten Sie die Ordner-/Dateistruktur auf dem virtuellen RAID5.
Darstellung_der_RAID_Wiederherstellung_AdvancedRAID5-5.png
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Prüfen Sie auch, ob das RAID5 korrekt zusammengestellt wurde. Doppelklicken Sie dazu auf eine Grafikdatei, um deren Vorschau in R-Studio anzuzeigen.
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Sie können auch Ihre eigenen RAID-Konfigurationen erstellen, indem Sie eine Beschreibungsdatei für RAID-Konfigurationen erzeugen. Details finden Sie in der R-Studio Online-Hilfe: Syntax einer Beschreibungsdatei für RAID-Konfigurationen.

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